{"id":70,"date":"2006-11-01T11:28:21","date_gmt":"2006-11-01T09:28:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.baer-coach.de\/tatze\/archiv\/70"},"modified":"2018-01-12T14:16:48","modified_gmt":"2018-01-12T13:16:48","slug":"management-by-pilzing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/management-by-pilzing","title":{"rendered":"Management by Pilzing"},"content":{"rendered":"

Ein Kunde, Unternehmer in S\u00fcdafrika, nennen wir ihn Mr. Tony Fornali, denn so hei\u00dft er, hat Spottolski besucht, den Experten f\u00fcr l\u00e4ndliches Marketing. Bei einem Glas Merlot (f\u00fcr den Kater ein Napf verd\u00fcnnter Sahne) plauderte Fornali aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen der Unternehmensf\u00fchrung. Seine Beobachtungen best\u00e4tigen eines unserer zahlreichen Vorurteile (wozu h\u00e4tten wir sie, wenn nicht zur liebevollen Pflege?), sodass wir uns gen\u00f6tigt sehen, diese hier breitzuschlagen<\/strike> in aller Unbefangenheit zu verewigen.<\/em> <\/p>\n

Was in ihm vorgehe, stellte Fornali die rhetorische Frage, wenn ihm best practice<\/em> angetragen werde, oder lean management<\/em> oder benchmarking<\/em>? \u201eNichts, nichts Gutes! Bei corporate responsibility<\/em> schaltet mein H\u00f6rsinn auf Standby to Abandon Ship<\/em>. Kritisch wird es bei networking<\/em>, das l\u00f6st einen vegetatitiven Reflex in meinem Knie aus.“ Ein Bild, das Spottolski spontan einleuchtete. Diesen Reflex habe er sich f\u00fcr k\u00fcnftige Verhandlungen gemerkt.<\/p>\n

Da die Wissensgesellschaft nicht wisse, was sie will, werde ihr statt Gehirnnahrung junk food<\/em> angedreht, fuhr Fornali fort. \u201eDabei werden Inhalt und Verpackung in einem Fertigungsschritt hergestellt, die Verpackung schmeckt besser als der Inhalt.\u201c In Deutschland sei es noch leicht, meinte er, das Nahrhafte herauszupicken, denn meist komme, was man gefahrlos ignorieren kann, auf Englisch daher, so erkenne bullshit (Stierdung) auf Anhieb. Hat der eine Ahnung, dachte ich, hielt aber den Mund, es war ja Spottolskis Party. Hersteller der ganzen Schmonzes, fuhr der Besucher fort, seien die Institute zum Erwerb des Master of Business Administration (MBA). Und die Distribution sei genial, das m\u00fcsse man ihnen lassen, das sei wie bei den Pilzkulturen.<\/p>\n

Spottolski best\u00e4tigte dieses: \u201eKaum ist etwas Neues verk\u00fcndet, sprie\u00dfen die Human Resources<\/em>-Trompeten, die CRM<\/em>-Schwammerln, die Knowledge Management<\/em>-T\u00e4ublinge.\u201c Unser Kater f\u00fchrt eine blumige Sprache, alle Achtung. Mit der Natur kennt er sich aus. Und mit dem Essen. Das geschehe nat\u00fcrlich geplant, rief Fornali. Den Business Consultants, sprich Absolventen dieser Institute, gebe jeder neue Trick den Aufh\u00e4nger zum Lancieren neuer Beratungsprodukte.<\/p>\n