{"id":4522,"date":"2011-05-21T09:38:47","date_gmt":"2011-05-21T08:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/?p=4522"},"modified":"2017-12-08T15:58:19","modified_gmt":"2017-12-08T14:58:19","slug":"rezensionen-von-babylon-nach-globylon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/rezensionen-von-babylon-nach-globylon","title":{"rendered":"Rezensionen: Von Babylon nach Globylon"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ausz\u00fcge aus Rezensionen<\/strong><br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Erstens die Muttersprache. Dann Globisch. Aus den Fremdsprachen wird nichts ohne die gepflegte Muttersprache<\/h2>\n<p>.<br \/>\n.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.oliver-baer.de\/tatze\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/HorstHensel001.jpg\" alt=\"Autor Horst Hensel\" title=\"HorstHensel001\" width=\"203\" height=\"243\" class=\"alignleft size-full wp-image-609\" \/>[&#8230;] Deutsch erleidet fortw\u00e4hrend Dom\u00e4nenverluste oder Angriffe auf Dom\u00e4nen, also Sprachbereiche: Von der Kosmetik \u00fcber den Sport und ausgesuchte Schulf\u00e4cher, wenn sie auf Englisch unterrichtet werden bis zur Gerichtssprache und der Sprache von Gesetzestexten: L\u00e4ngst schon m\u00fcssen sich die deutschen B\u00fcrger englischsprachigen Gesetzen aus Br\u00fcssel unterwerfen, ebenso politischen Beschl\u00fcssen, die der Bundestag auf der Grundlage englischsprachiger Br\u00fcsseler Vorlagen trifft, die allerdings von der Mehrzahl der Abgeordneten nicht verstanden werden bzw. ihr nicht in ausreichendem Ausma\u00df bekannt sind. Kommt hinzu, dass in Deutschland neuerdings Prozesse auf Englisch gef\u00fchrt werden d\u00fcrfen. Durch all das droht das Einverst\u00e4ndnis der B\u00fcrger mit dem Rechtswesen zerst\u00f6rt zu werden, mehr noch, <strong>wird die Demokratie angegriffen, da \u00f6ffentliche Angelegenheiten von allen sprachlich verstanden, also muttersprachlich verhandelt werden m\u00fcssen!<\/strong><\/p>\n<p>[&#8230;] So kommuniziert alle Welt auf Englisch (oder, Baer folgend, in einem Idiom, das sie f\u00fcr Englisch h\u00e4lt), ist damit aber dem Globischen n\u00e4her als dem Englischen. Baer erneuert einen pragmatischen Vorschlag: Wissenschaft m\u00f6ge ihre Ergebnisse zweisprachig ver\u00f6ffentlichen, zuerst muttersprachlich, um sich gut auszudr\u00fccken und den eigensprachlichen Anschluss an die Entwicklung der Wissenschaft zu halten, erst dann auf Englisch, um international wahrgenommen zu werden; und das sollten die besten \u00dcbersetzer des Landes f\u00fcr sie tun <em>auf Kosten des Steuerzahlers, denn die geistige Infrastruktur ist Staatsaufgabe, wie die Autobahnen, nur viel wichtiger<\/em>.<\/p>\n<p>F\u00fcr den m\u00fcndlichen Austausch schl\u00e4gt Baer vor, dass ganz bewusst unterschieden werde: Wenn Englisch, dann nur mit Simultan\u00fcbersetzern (der besten Qualifikation),  anderenfalls m\u00fcsse es Globisch sein, in der weisen und gemeinsamen Beschr\u00e4nkung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.<\/p>\n<p>[&#8230;] Das Kapitel \u00fcber Globisch belehrt. Und es ermuntert. Zum Beispiel den Verfasser dieser Rezension. Seine Erkenntnis, dass er, von niederer Herkunft und entsprechender Bildung, es mit M\u00fche zum Hochdeutschen, nicht aber zum Hochenglischen gebracht hat, n\u00f6tigt ihn nun nicht mehr dazu, sich sprachlich zur\u00fcckzuhalten, vor allem im Beisein seiner T\u00f6chter, von denen eine in Cambridge studiert hat. Er spricht ja Globisch!<\/p>\n<p>Der Autor Oliver Baer hat ein wichtiges, ja, notwendiges Buch geschrieben; er verf\u00fcgt \u00fcber Kenntnisse, hat Humor, denkt folgerichtig und schreibt klar. Sein Buch vermittelt neue Einsichten und versammelt dar\u00fcber hinaus so viele inzwischen gel\u00e4ufige davon, dass es auch als eine Art Nachschlagewerk benutzt werden kann. Seine Botschaft? Erstens die Muttersprache. Dann Globisch. Drittens Fremdsprachen und \u00dcbersetzungen.<\/p>\n<p>Januar 2012,<br \/>\nHorst Hensel. <\/p>\n<p>Bei Amazon finden Sie <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Von-Babylon-nach-Globylon-ebook\/dp\/B006LOB09Y\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;qid=1328524831&#038;sr=8-1\">die ungek\u00fcrzte Rezension<\/a>. <\/p>\n<hr \/>\n<h2>Wie ein gutes Arzneimittel<\/h2>\n<p>.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_605\" aria-describedby=\"caption-attachment-605\" style=\"width: 75px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.oliver-baer.de\/tatze\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/prof_weise_hochschule_zittau_goerlitz.gif\" alt=\"\" title=\"prof_weise_hochschule_zittau_goerlitz\" width=\"75\" height=\"100\" class=\"size-full wp-image-605\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-605\" class=\"wp-caption-text\">Volkmar Weise (Bild: www.fishfriendlyweir.com)<\/figcaption><\/figure>Oft beginnen Vor- und Nachworte, aber auch Rezensionen damit, wer das Buch lesen sollte. Hier ist die Verneinung sinnvoller, weil einfacher: <strong>Nicht<\/strong> lesen sollte es, wer meint in Bezug auf Sprache(n) schon alles zu wissen. Es k\u00f6nnte sein Selbstvertrauen untergraben. <\/p>\n<p>In den ersten Teilen analysiert Oliver Baer nach einem Ausflug in die Sprachgeschichte akribisch den Wert der Muttersprache. Vielen ist zu wenig bewusst, dass die Muttersprache schon vor ihrem Erlernen von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die Ausbildung des Denkens ist. Jede sp\u00e4ter dazugelernte Sprache baut darauf auf. <\/p>\n<p>Nach Darstellung der Verluste, die wir mit dem Aufgeben der eigenen Muttersprache in Kauf nehmen m\u00fcssten, geht Baer weiter zu der entscheidenden Frage: K\u00f6nnen wir so einfach auf Englisch umsteigen? Er zeigt uns, auch anhand selbst erlebter Situationen, was Nichtmuttersprachler [1] im Englischen, auch unter optimalen Bedingungen, bestenfalls erreichen k\u00f6nnen. Das f\u00fchrt zu ern\u00fcchternden Schlussfolgerungen. <\/p>\n<p>Auch ich f\u00fchle mich ertappt. Neben der Mehrzahl deutschsprachiger Lehrveranstaltungen halte ich auch eine in Englisch. Dank Oliver Baer wei\u00df ich jetzt, dass es doch eher Globisch ist. Baer zeigt mit dem vorliegenden Buch die Fallen, in die ich getappt bin: Redewendungen, unklare Silbenbetonung. \u201eWenn\u2019s weh tut, war es ein Treffer\u201d, um den Autor hier treffend zu zitieren.<\/p>\n<p>Der letzte Teil des Buches ist als Einstiegs-Lehrbuch f\u00fcr Globish gestaltet. Man ist geneigt, diesen Teil direkt f\u00fcr den Sprachunterricht an den Schulen vorzuschlagen, auch f\u00fcr den Deutschunterricht. Ja, als Lehrbuch, und trotzdem unterhaltsam. Das ist, was vielen Lehrb\u00fcchern fehlt. Wenn ich an meine Unterrichtsstunden in Englisch denke &#8211; die dabei erworbene Steifigkeit zu \u00fcberwinden hat mich Jahre gekostet, um danach endlich Englisch, besser Globisch, praktisch sprechen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Globisch soll dorthin kommen, wo einige Teilgebiete der Informatik schon lange sind, n\u00e4mlich zu einer gewissen Definition; mit der M\u00f6glichkeit der Erweiterung um Fachbegriffe. Auch der Philosoph Peter Janich betont in einem Interview [2]: \u201eDa\u00df begriffliche und argumentative Sorgfalt die Dinge zum Besseren wenden kann.\u201d<br \/>\n<em>Von Babylon nach Globylon<\/em> ist ein Werkzeug zu dieser Sorgfalt &#8211; ein wichtiges, gutes Buch. \u201eGute B\u00fccher wie gute Arzneimittel machen einiges besser.\u201d sagte Voltaire. Ein Zitate- und Aphorismensammler hat mit diesem Buch \u00fcbrigens alle H\u00e4nde voll zu tun.<\/p>\n<p>Zittau, November 2011.<br \/>\nProf. Dr.-Ing. habil. Volkmar Weise<br \/>\nVorsitzender der Fachgruppe Energietechnik an der Hochschule Zittau\/G\u00f6rlitz<\/p>\n<p>[1] Wer die Leistungsf\u00e4higkeit der deutschen Sprache noch nicht verstanden hat, m\u00f6ge das Wort <em>Nichtmuttersprachler<\/em> in drei englischen Beispiels\u00e4tzen mit verschiedenen aktiven und passiven Zeitformen einbauen.<\/p>\n<p>[2] Peter Janich, Professor f\u00fcr Systematische Philosophie an der Universit\u00e4t Marburg. In: Forschung &#038; Lehre 3\/1999, S.168<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Abschied von Babylon<\/h2>\n<p>.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_632\" aria-describedby=\"caption-attachment-632\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.oliver-baer.de\/tatze\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Holger-Klatte_portrait1_red.jpg\" alt=\"\" title=\"Holger Klatte_portrait1_red\" width=\"300\" height=\"224\" class=\"size-full wp-image-632\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-632\" class=\"wp-caption-text\">Holger Klatte, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Deutsche Sprache (Bild: VDS)<\/figcaption><\/figure>Abiturienten lernen in Deutschland heute mindestens acht Jahre Englisch. Nach der Schulzeit k\u00f6nnen sie allt\u00e4gliche Gespr\u00e4che in der Fremdsprache f\u00fchren und die meisten Situationen auf Reisen bew\u00e4ltigen. Mehr nicht! Wer nicht das Gl\u00fcck hatte, l\u00e4ngere Zeit in Gro\u00dfbritannien oder in den USA zu verbringen, f\u00fchlt sich ertappt, wenn er beim Eintritt ins Berufsleben Stellenanzeigen liest, in denen &#8222;flie\u00dfend Englisch&#8220; eine Grundvoraussetzung ist. Bestimmt k\u00f6nnen sich die Absolventen auf Englisch ganz gut verst\u00e4ndlich machen, lesen englische B\u00fccher und verstehen die meisten englischen Filme auch ohne Untertitel. Aber flie\u00dfend? Sp\u00e4testens bei der ersten Verhandlung mit englischen Muttersprachlern wird deutlich: Wir k\u00f6nnen nicht mithalten! <\/p>\n<p>Denn gutes Englisch ist kein bisschen leichter zu erwerben als Polnisch, sagt der Marketingpraktiker und Publizist Oliver Baer in seinem Buch &#8222;Von Babylon nach Globylon&#8220;. <\/p>\n<p>&#8222;Je besser man Englisch als Fremdsprache beherrscht, desto schwieriger ist es, darin Vollkommenheit zu erreichen&#8220;, wei\u00df Baer, der selbst mehrere Sprachen spricht. In seinem Buch stellt er das oft lebenslange Bestreben in Frage, die Fremdsprache Englisch perfekt beherrschen zu m\u00fcssen. Baer schl\u00e4gt dem deutschen Publikum einen Ausweg vor: Globisch.<\/p>\n<p>[&#8230;] Das bedeutet nicht, dass weltweite Kommunikation k\u00fcnftig ausschlie\u00dflich in &#8222;gedrosseltem Englisch&#8220; stattfinden soll. F\u00fcr die anspruchsvolle Verst\u00e4ndigung sind Fachleute gefragt. Baer nennt sie die &#8222;Sprachprivilegierten&#8220;, jene, die mehrsprachig aufwachsen, viele Jahre im anglophonen Ausland zugebracht oder Fremdsprachen studiert und zu ihrem Beruf gemacht haben. Baers Buch ist deswegen auch ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr den Berufsstand der \u00dcbersetzer und Dolmetscher &#8211; denn sie bieten Dienste an, die Unternehmen k\u00fcnftig anerkennen und einrechnen m\u00fcssen, damit sie nicht \u00fcber den Tisch gezogen werden. &#8222;Planstellen f\u00fcr \u00dcbersetzer sind staatliche Aufgaben wie der Bau von Autobahnen, nur wichtiger&#8220;, so Baer. <\/p>\n<p>[&#8230;] Noch ein Grund daf\u00fcr, dieses Buch zu lesen, ist die Leidenschaft, mit der es geschrieben ist. Baer erkl\u00e4rt die Gr\u00fcnde zur F\u00f6rderung der eigenen Muttersprache so \u00fcberzeugend, dass selbst der \u00e4rgste Anglizismen-Abwiegler ins Gr\u00fcbeln kommen muss.<\/p>\n<p>Er rechnet vor, dass das weltweite Streben nach englischer Perfektion erheblichen (unbemerkten) Schaden f\u00fcr die Volks- und Sprachgemeinschaften bedeuten kann. &#8222;Nicht, dass es schlecht w\u00e4re, Englisch zu beherrschen, sondern weil es so bedingungslos wie gedankenlos angestrebt wird&#8220;, so Baer. Er wei\u00df, dass aus den Unterschieden im Englischniveau ungez\u00e4hlte Missverst\u00e4ndnisse entstehen, die Volkswirtschaften teuer bezahlen m\u00fcssen, weil sich die Beteiligten selten bewusst sind, dass sie sich ungen\u00fcgend verst\u00e4ndigen. Baer macht an eindrucksvollen Beispielen deutlich, dass die Welt mit dem Anspruch auf vollkommenes Englisch viel Zeit (und Geld) vergeudet. <\/p>\n<p>Globisch erm\u00f6glicht es, diese Zeit f\u00fcr die Muttersprache zu verwenden, sich mit der Literatur zu besch\u00e4ftigen und vielleicht die eine oder andere Fremdsprache zu erlernen. Und damit n\u00fctzt Globisch den Volkssprachen: Da, wo sich der Sprecher am besten auskennt, wo er zu Hause ist und sich sicher f\u00fchlt, in seiner Muttersprache, wird gedichtet, Literatur erzeugt, selbst geschrieben. Globisch stattdessen, dient der n\u00fcchternen Sachlichkeit.<\/p>\n<p>Dr. Holger Klatte. Sprachnachrichten des Vereins deutsche Sprache Nr 50, Mai 2011.<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausz\u00fcge aus Rezensionen . . Erstens die Muttersprache. Dann Globisch. Aus den Fremdsprachen wird nichts ohne die gepflegte Muttersprache . . 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