{"id":3231,"date":"2015-05-28T11:24:13","date_gmt":"2015-05-28T10:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/?p=3231"},"modified":"2017-12-12T16:27:12","modified_gmt":"2017-12-12T15:27:12","slug":"pingeligkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/pingeligkeiten","title":{"rendered":"Pingeligkeiten"},"content":{"rendered":"
Die Engl\u00e4nder haben der Welt den edelsten Sport geschenkt: Cricket. Dieser Zeitvertreib erschlie\u00dft sich Einwanderern in anglophone L\u00e4nder bereits in der zweiten Generation, in dringenden F\u00e4llen schon nach zehn Jahren des intensiven Nichtmehrwegh\u00f6rens, wenn beim Stand von <\/em>238 for 6 die Leute bedeutsam nicken: \u201eDas l\u00e4uft auf ein dramatisches Unentschieden hinaus.\u201c<\/em><\/p>\n Die Franzosen haben, von der Provence ausgehend, in die frankophonen L\u00e4nder P\u00e9tanque verbreitet. Diese Form des Boule ist so schwierig wie Golf, aber tausend Mal billiger: Es wird dank der fr\u00fcheren franz\u00f6sischen Besatzung auch bei uns viel gespielt. Deutschland belegt unter 94 aktiven Nationen den sechzehnten Platz der inoffiziellen Rangliste. Eine Tatsache, auf die Boulisten ein Glas Rotwein heben und eine frische Zigarette drehen.<\/p>\n Womit wir zur Sprache kommen. Zum Cricket haben weder Franzosen noch wir etwas beigetragen, die Begriffe sind englisch. Beim P\u00e9tanque hat Englisch so viel zu suchen, wie die Angelsachsen dazu beigetragen haben: nichts. Deshalb sind die Fachbegriffe fanz\u00f6sisch und das ist gut so, schon damit nicht weltweit alles immer nur auf Englisch lautet. Au\u00dfer in Deutschland. Zwar gibt es eine Reihe g\u00fcltiger Verdeutschungen (pointer = legen, tirer = schie\u00dfen), aber bei jedem deutschen Turnier gibt es einen Cup<\/em> zu gewinnen. Was schlimm genug ist, denn Coupe<\/em> h\u00e4tte es auch getan, oder wenigstens Pokal<\/em>. Es kann aber ein Cup\/Coupe\/Pokal nur ein Gef\u00e4ss<\/strong> sein. Jede Skulptur, sei sie noch so sch\u00f6n gestaltet, ist nur dann ein Cup, wenn sich daraus der Siegessekt schl\u00fcrfen l\u00e4sst \u2013 im P\u00e9tanque ist das zumeist ein Sieges-Pastis. <\/p>\n Dem Cup geht es wie dem Alpinen Skiweltcup, da ist unseren Sportjournalisten jedes einzelne Rennen bereits der ganze der Weltkapp, nat\u00fcrlich ein Schmarren, denn die Welttasse gibt es am Ende der Saison, n\u00e4mlich erst nach allen Wertungsl\u00e4ufen \u201ezum Weltcup“. Hier geht es sprachlich zu wie bei der Relegation<\/em>. Richtig handelt es sich um Aufstieg und Abstieg, Promotion und Relegation, wenn es denn Fremdw\u00f6rter sein m\u00fcssen, aber das bekommt kein Reporter auf die Reihe. Also zum Mitschreiben: Relegation = Abstieg!<\/em> Was Ihr Reporter und Journalisten meint, ist die Auf- und Abstiegsrunde. <\/p>\n