Randale bei Dresdens Abstieg: Getroffen bis ins Mark<\/a>) \nDennoch findet der Autor keinen Weg aus dem Dilemma, dass Fans und Fans zweierlei Kreaturen sind.<\/p>\nAuf die Idee ganz einfach zwei W\u00f6rter f\u00fcr zwei verschiedene Gruppen von Menschen zu verwenden, kommt er nicht. Notfalls k\u00f6nnte er sich beim Englischen bedienen und die Fans<\/em> von den Hooligans<\/em> unterscheiden. Diesen Unterschied begreifen sogar Sportreporter: F\u00e4hns, liebe Leute, sind die Anh\u00e4nger eines Vereins, sie bezahlen Eintritt, damit sie ihren Verein spielen sehen und feuern ihn an, sie bringen die Kinder mit und verzehren geschmacksarme Bockw\u00fcrste. Huhlig\u2019ns unterscheiden sich von den F\u00e4hns, indem sie \u00fcber den Durst trinken und weniger das Spiel als die Randale sch\u00e4tzen, meistens nur diese, und den Anlass daf\u00fcr schaffen sie sich notfalls selber. Womit sie an Tucholskys Beschreibung des Hundes erinnern: <\/p>\n\u201eDer Hund bellt immer. Er bellt, wenn jemand kommt, sowie auch, wenn jemand geht \u2013 er bellt zwischendurch, und wenn er keinen Anla\u00df hat, erbellt er sich einen.\u201c<\/p>\n
So erbellen sich die Huhlig\u2019ns ihre eigenen Befindlichkeiten, zu denen eine jedenfalls nicht z\u00e4hlt: die Vereinstreue. Sonst w\u00fcrden sie brav mit den F\u00e4hns leiden, still den Heimweg antreten und einander versprechen bessere Menschen zu werden, vorausgesetzt Dynamo steigt nicht ab.<\/p>\n
Dynamo ist aber abgestiegen, und nun w\u00e4re es zur Abwechslung ganz nett, wenn die Medien aufh\u00f6rten die F\u00e4hns mit den Huhlig\u2019ns zu verwechseln \u2013 das kann so schwer nicht sein. Oder? F\u00fcr Hooligan schl\u00e4gt mein W\u00f6rterbuch vor: der Krawallmacher, der Rabauke, der Randalierer, der Rowdy, ich f\u00fcge hinzu: der Zuschl\u00e4ger. Wenn es schon Lehnw\u00f6rter sein m\u00fcssen: M\u00e4nnliche F\u00e4hns sind aficionados<\/em>, weibliche sind aficionadas<\/em>, zu deutsch: Kenner, auch Liebhaber. Jedenfalls ist es grotesk, wenn man die F\u00e4hns haften l\u00e4sst f\u00fcr die Taten der Huhlig\u2019ns. Das ist sozialp\u00e4dagogisch so nahrhaft wie f\u00fcr die Gesundheit ein Teller Cornflakes.<\/p>\nAndererseits muss man verstehen: Bei Blutleere im Hirn gedeihen keine Gedanken, nur Reflexe, und falls die Sprache eine solche \u00d6dnis wiedergeben muss, genie\u00dfen wir schon, wenn die Leute ihre Anglizismen richtig aussprechen: Fenns ist schon mal total falsch, richtig ist F\u00e4hns mit langem \u00c4, und die Huhlig\u2018ns sind keine Hulig\u00e4\u00e4\u00e4hns, sondern Bl\u00f6dm\u00e4nner, die im Stadion nichts zu suchen haben, sondern in eigene Kampfst\u00e4tten drau\u00dfen im Gr\u00fcnen geh\u00f6ren, wo sie nur mit Schl\u00e4gerausweis eingelassen werden.<\/p>\n
Wenn ihr die Huhlig\u2019ns so loswerdet, d\u00fcrft ihr von mir aus die Fans auch Fenns nennen \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"
Anglizismen gedeihen am sch\u00f6nsten, wenn beim Sprecher wie beim H\u00f6rer das Gehirn in die Halbzeitpause verschwindet. Da st\u00f6rt kein Denkversuch die eingefahrenen Sprachmuster. Ein Beispiel daf\u00fcr sind die Fans von Dynamo Dresden. Zwar trennt der Autor des folgenden brav die B\u00f6cke von den Schafen: \u201eTeile der Fanszene haben also mal wieder das Bild best\u00e4tigt, das […]<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2836","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft"],"yoast_head":"\n
F\u00e4hns und Fenns sowie Zuschl\u00e4ger - baerentatze<\/title>\n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n\t \n\t \n\t \n