{"id":1968,"date":"2012-06-11T10:37:30","date_gmt":"2012-06-11T09:37:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.baer-coach.de\/tatze\/?p=1968"},"modified":"2017-12-05T12:51:28","modified_gmt":"2017-12-05T11:51:28","slug":"neues-argument-ausgegraben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/neues-argument-ausgegraben","title":{"rendered":"Neues Argument ausgegraben"},"content":{"rendered":"
Das – bislang vollkommen unverbrauchte – Argument von Frau Dr. Annette Hartmann trifft auf eine klaffende Streitkultur. Sie beklagt, dass der Verein Deutsche Sprache (VDS) die identit\u00e4tsstiftende Wirkung von Sprache zwar predige, diese aber nicht den Frauen zugestehe (1): <\/p>\n \u201e\u2026 bei der Geschlechteridentit\u00e4t ist offenbar bei manchen Vereinsmitgliedern Schluss mit der Bewusstseinsarbeit?\u201c <\/p><\/blockquote>\n Da sch\u00fctteln die Ohorner Miezen ja sowas von den Kopf: Recht hat sie, wie kommt er dazu. Wer? Der Verein. <\/p>\n Sehen Sie, das m\u00fcssen Sie langsam lesen, sonst wird ein Text wie dieser hermetisch. <\/p>\n Tats\u00e4chlich gibt es sogar fertige Regelwerke, wie man geschlechtsneutral zu formulieren habe<\/a>. In solchen Anleitungen findet sich meist, will sagen fast immer ein Satz wie dieser: <\/p>\n \u201e\u2026 geschlechtsneutrale Formulierung \u2026 bleibt aber eine Alibi-Handlung, wenn inhaltlich die [geschlechtsneutrale] Ber\u00fccksichtigung fehlt.\u201c\n<\/p><\/blockquote>\n Recht hat auch die Autorin dieser Zeilen, das best\u00e4tigen die Miezen. Wo k\u00e4men wir denn hin? Offenbar gibt es da ein Problem, folgert Spottolski, sonst w\u00fcrde es unerw\u00e4hnt bleiben, n\u00e4mlich: Lippenbekenntnisse gen\u00fcgen den Frauen nicht. <\/p>\n Aber nein. Sparsame Sprache<\/strong><\/p>\n Klarer Fall, sagt Spottolski, Scherz beiseite: Der Kampf um gegenderte Sprache lenkt ab von der Sache an sich, er lenkt ab vom Respekt der Geschlechter voreinander. Schon wieder nicken die Miezen, sie sind ja nicht bescheuert. <\/p>\n Zur\u00fcck aber zur Hartmannschen: Sie vergleicht Identit\u00e4t mit Identit\u00e4t, ein anscheinend legitimer Vorgang, betont Spottolski, vorausgesetzt es handelt sich um ein- und dieselbe Kategorie. Das ist hier aber nicht der Fall: Bei ihr steht Identit\u00e4t durch Sprache<\/strong> vis-\u00e0-vis der geschlechtlichen<\/strong> Identit\u00e4t. <\/p>\n Wache Leser erkennen hier den Zipfel des Problems: Identit\u00e4t durch etwas<\/em><\/strong> vis-\u00e0-vis einer Identit\u00e4t als solcher<\/em><\/strong> \u2013 da hakt etwas, das will so nicht!<\/p>\n Hier h\u00e4tte uns warmduschende Frauenversteher die gute Frau Hartmann fast an den Weichteilen gepackt. Wir w\u00fcrden ja gerne f\u00fcr Jahrhunderte der Unterdr\u00fcckung der Frauen Bu\u00dfe tun. Aber dem m\u00fcsste schon eine ordentliche Beweisf\u00fchrung vorangehen, wir wollen einen rauchenden Colt sehen. Sie aber sitzt einem Fehler auf: Ihr Vergleich der Identit\u00e4ten l\u00e4uft nicht, er geht nicht, er f\u00e4llt flach.<\/p>\n
<\/a>In seinem Streben nach Klarheit respektive Wahrheit ist Spottolski auf ein frisches Argument f\u00fcr gegenderte Sprache gesto\u00dfen. Zur Erl\u00e4uterung f\u00fcr die am Dienstag Abwesenden: Da geht es um die Dinger mit dem Binnen-I wie in MitarbeiterI<\/em><\/strong>nnen oder die so beliebte Nennung beider Geschlechter. Was meist so r\u00fcberkommt: \u201eLiebe Gnossen und Nossn!\u201c <\/p>\n
\nAber ja.<\/p>\n