In der Hauptstadt geht die deutsche Sprache langsam unter<\/a>. Der Autor wirft dort eine weitere Frage auf, die wir hier nur zitieren:<\/p>\n„Vor einiger Zeit nahm die Berliner \u00d6ffentlichkeit Ansto\u00df daran, dass in Kreuzberg und Wedding Plakate aufgeh\u00e4ngt wurden, die ausschlie\u00dflich auf T\u00fcrkisch verfasst waren. Der Bildung von Parallelgesellschaften w\u00fcrde damit Vorschub geleistet, die Integration in die deutsche Gesellschaft behindert, wurde damals von vielen Seiten scharf kritisiert.“ <\/p>\n
Ein Fall von gespaltener Wahrnehmung, denn englischsprachige Plakate st\u00f6ren offenbar keinen. Manchen mag es ja verbl\u00fcffen, aber so exotisch wie uns das Italienisch aus der Basilicata, so reizvoll kommt Schanghaiern unser Deutsch vor. Erwartet denn allen Ernstes irgendwer, dass er in der Fremde fehlerlos verstanden werde? Falls doch: Den wird auch mit makellosem Englisch keiner zufrieden stellen. <\/p>\n
Reizvoll bleibt Berlin, wenn es sich fortw\u00e4hrend neu erfindet und sich weiterhin von anderen St\u00e4dten abhebt, die mit Weinbergen oder Meeresluft angeben. H\u00f6rt sich aber das Shopping<\/em> in Berlin erst an wie in Bielefeld, dann k\u00f6nnen die Touristen auch in Paderborn \u00fcbernachten. Englisch k\u00f6nnen die Bielefelder auch (und m\u00f6chten sich von den Krefeldern unterscheiden). Reizvoll bleibt Berlin, wenn echte Submilieus seiner B\u00fcrger die Stadt in der Sprache beleben, die sie von der Mutter gelernt haben. Das gilt – klugerweise, nicht nur gerechterweise – auch f\u00fcr die T\u00fcrken, Kurden und Zaza in Berlin. Aber die sind nicht so dumm, ihre Sprachen aufs Spiel zu setzen. Das bringt nur unsereins fertig.<\/p>\nZum guten Schluss dr\u00e4ngt sich eine weitere Frage auf: Wie kommt eine linke Stadtregierung mit einem schwulen Oberb\u00fcrgermeister dazu, so vielen Minderheiten Englisch geradezu in den Rachen zu stopfen: Einwanderer, Analphabeten, Senioren und so weiter? Zumal sich diese, was Englisch angeht, sogar mit der Mehrheit einig sind: Wir m\u00f6chten erst einmal auf Deutsch verstehen, was auf Deutsch gesagt wird. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"
Nach Berlin wandern sie aus dem sonnigen S\u00fcdbaden ein, sogar aus Florenz migrieren sie hierher, und von Touristen wimmelt es. Kommen die Leute wegen der flotten Skilifte, der salzfrischen Meeresluft, der ber\u00fchmten Berliner Weinberge? Nein, der Charme dieses Ortes liegt in seiner Kultur. Zu ihr z\u00e4hlt – das wollen wir festhalten, der Berliner, wenn er […]<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-marketing"],"yoast_head":"\n
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