{"id":111,"date":"2007-06-23T05:57:32","date_gmt":"2007-06-23T04:57:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.baer-coach.de\/tatze\/archiv\/111"},"modified":"2009-06-23T19:58:36","modified_gmt":"2009-06-23T18:58:36","slug":"elbquere-kompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/elbquere-kompetenz","title":{"rendered":"Elbquere Kompetenz"},"content":{"rendered":"
In Christchurch soll eine Entscheidung fallen \u00fcber eine Br\u00fccke in Dresden. Warum in Neuseeland? Dort tagt das Weltkulturerbekomitee der UNESCO.<\/em><\/p>\n Das ist seltsam. Ob es die Dresdner fertigbringen, eine Eisenbahnbr\u00fccke von ausgesuchter Unangemessenheit \u00fcber die Elbe zu ziehen, hat mit dem Weltkulturerbe zun\u00e4chst einmal nichts zu tun. Dass die Br\u00fccke so nicht in die Landschaft passt, konnte einem auch ohne die UNESCO ins Auge fallen.<\/p>\n Erstaunlich ist nicht die Betonk\u00f6pfigkeit, die sich jeder Besserung verweigert. Grotesk ist der Gedanke, man k\u00f6nne Kunst demokratisch bestimmen. Selbstverst\u00e4ndlich ist es Sache des Volkes zu sagen: Ja, wir brauchen eine weitere Elbquerung. Wie sie aussieht, dar\u00fcber kann aber nur entscheiden, wer die Kompetenz dazu besitzt, und zwar im doppelten Sinne: Der etwas davon versteht und der dazu das Sagen hat – oder dazu beauftragt wird.<\/p>\n Darin liegt der Fehler: Die falsch formulierte Frage entzweit die Dresdener. Der B\u00fcrgerentscheid, wenn er nichts zulie\u00df als den damals vorliegenden Br\u00fcckenentwurf, war eine Kompetenz\u00fcberschreitung. Sobald wir es zulassen, dass \u00fcber Fragen des Geistes, \u00fcber Fragen der Kunst, der Gestaltung usw. basisdemokratisch abgestimmt werde, kommt keine Einigung zustande, nur Zwietracht.<\/p>\n Demokratie lebt auch davon, dass man sich Gedanken dar\u00fcber macht, wer wann was zu entscheiden habe. Dass alle immer alles bestimmen, w\u00e4re nur eine von vielen m\u00f6glichen Auslegungen, n\u00e4mlich die d\u00fcmmste.<\/p>\n In Christchurch soll eine Entscheidung fallen \u00fcber eine Br\u00fccke in Dresden. Warum in Neuseeland? Dort tagt das Weltkulturerbekomitee der UNESCO. Das ist seltsam. Ob es die Dresdner fertigbringen, eine Eisenbahnbr\u00fccke von ausgesuchter Unangemessenheit \u00fcber die Elbe zu ziehen, hat mit dem Weltkulturerbe zun\u00e4chst einmal nichts zu tun. Dass die Br\u00fccke so nicht in die Landschaft […]<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-111","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft"],"yoast_head":"\n