{"id":1101,"date":"2012-04-02T20:11:07","date_gmt":"2012-04-02T19:11:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.baer-coach.de\/tatze\/?p=1101"},"modified":"2017-12-05T15:55:27","modified_gmt":"2017-12-05T14:55:27","slug":"sprache-gegen-viren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oliver-baer.de\/tatze\/sprache-gegen-viren","title":{"rendered":"Sprache gegen Viren"},"content":{"rendered":"
Es zahlt sich aus, die Muttersprache zu pflegen und zu ehren, bis dass der Tod uns scheidet. … Hoppla, das ist eine andere Baustelle. Nochmal zur\u00fcck: „… und zu ehren, damit wir niemals vergessen, was die W\u00f6rter bedeuten.“ Gesetztenfalls sie bedeuteten \u00fcberhaupt etwas. Das sei, versichert Spottolski, eine Tatsachenbehauptung und er tut gut daran.<\/em> Mit Aufforderungen wie dieser gelangen Finsterlinge bis tief in unsere Mehlk\u00e4sten (-> M\u00e4ilboxen). Und richten da gewaltiges Unheil an (-> Schp\u00e4m). Im Umgang mit der Sprache \u00e4hnelt ihr Gestammel jenem der Werbebranche (Beispiel … Der Trend zu h\u00f6her gelegten Typen mit der Offroad-Optik<\/em>), und ist zwar inhaltlich ergiebiger, kann aber der sch\u00f6pferischen Gewalt der Jungen im Kiez nicht das Wasser reichen. Da fehlen ungef\u00e4hr zwanzig Hexameter, sch\u00e4tzt Spottolski. „Isch wei\u00df, wo wohnt deine Auto,“ sei als Aussage total schp\u00e4mfrei, versichert er und ich meine: Wenn er es nicht wei\u00df, wer versichert uns dann?<\/p>\n Immerhin m\u00fcssen die Kiezbewohner ertragen, dass die Wissenschaft (im Raum Potsdam, Babelsberg, Glienicker Br\u00fccke) das Kiez-Idiom als neuen Dialekt feiert (Kiezinisch, Ki\u00f6zesanisch oder Kieutsch, mal sehen). Kenner versichern (diese nun auch), all das alles raube den Jungen nicht den Schlaf.<\/p>\n Zur\u00fcck zu den Mehlboxen: Damit man im Virtuellen als Betr\u00fcger durchkommt, gen\u00fcgen Textfragmente wie das abgebildete. Es findet sich immer der Eine (auch Andere), der die so angepriesene PDF-Datei zum Herunterladen anklickt. Soll er sehen, wo er bleibt. Und das tut er: sehen wo er bleibt. <\/p>\n Aber von nun ab nie mehr! Merke: Post mit einer derart falschen Grammatik kann man – ohne das Gehirn zu bem\u00fchen – sofort l\u00f6schen. Erst wenn Syntax und Semantik erkennen lassen, dass sich dort jemand immerhin M\u00fche gibt: Auch dann kann man sie l\u00f6schen. Warum? Weil der Inhalt quer durch die Verpackung stinkt.<\/p>\n Kater sind kuhl, sie wissen: Eine idiotensichere Methode bietet diese Probe auf korrektes Deutsch auch nicht, bedauert Spottolinowski. Fortgeschrittene Schp\u00e4mmer<\/em> k\u00f6nnen \u00fcber solchen Kram aus der ehemaligen Soffjetunion kaum l\u00e4cheln. Ihr Deutsch stimmt, sie machen sich die Extram\u00fche ein, zwei Patzer absichtlich einzubauen, die als Fipptehler durchgehen – das sieht authentisch aus, echt. <\/p>\n Bei Edelsp\u00e4hm<\/em> dieser Sorte empfiehlt Expertolski den entscheidenden, den Killer-Gegenschritt: Erkunden sie die Bedeutung<\/strong> der W\u00f6rter in ihrem Zusammenhang! Er versichert (-> siehe oben), selbst die Wissenschaft werde noch dahinterkommen, dass – da was dran sei. Woran, werde er demn\u00e4chst mitteilen, sagt Spotterski. Denn was will uns der freundliche Mensch von PayPal mitteilen? Liebe Leser, das r\u00fchrt uns so viel wie der Sack Reis, der just in diesem Moment in einem Schanghaier Vorort umf\u00e4llt: Null Empathie durchweht uns da. Weil dieser gef\u00e4ikte Payp\u00e4ller Informationen, Daten abgreifen will; da l\u00e4uten unsere Alarmglocken und schon n\u00e4hert sich der ge\u00fcbte Finger der L\u00f6schtaste, und so wird gut, was b\u00f6se begann.<\/p>\n Spottolski und seine Lungerkollegen rings um das Redaktionsb\u00fcro proben den L\u00f6schtastendruck neuerdings t\u00e4glich im Gespr\u00e4ch miteinander: immer aufs Auge, kraftvoll und vor allem: zuerst. Wie aber meiden wir Menschen diese raffiniert gestellten Fallen? Dazu gebe es freudige Nachricht, sagt Spottowanski: „Damit das Gehirn auf Wahrnehmung gepolt ist, \u00f6len wir es mit \u00dcbungen f\u00fcr Alle (und AllI<\/strong>nnen).“ Den Stoff daf\u00fcr borgen wir aus dem Kiez, (-> Kiez). Und Sie, liebe Leser, gehen nun zu Spiegel Off<\/strong>line (Off<\/strong>, nicht On!) und daselbst zu dem Beitrag Gedanken \u00fcber Grammatik<\/a>: Digger, Alder und die Interpunktion. <\/p>\n Der Sinn der \u00dcbung liegt auf der Hand. Wer k\u00fcnftig, durch Kiezdeutsch solcherart perzeptions-gesch\u00e4rft, Texte von so infamer Fehlerlosigkeit wie von P\u00e4ip\u00e4ll liest, Es irrt der Mensch Digger so lang er strebt Alder<\/p><\/blockquote>\n Dank gilt an dieser Stelle Bernd Matzner. Er hat das Fragezeichen dieses elaborierten Codes identifiziert (herausgekriegt): „Verstehsduwasischmein“. <\/p>\n Merke: Die Muttersprache ist auch auf Umwegen wiederauffindbar. Wo Kater sind, ist Muttersprache (Versicherung).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Es zahlt sich aus, die Muttersprache zu pflegen und zu ehren, bis dass der Tod uns scheidet. … Hoppla, das ist eine andere Baustelle. Nochmal zur\u00fcck: „… und zu ehren, damit wir niemals vergessen, was die W\u00f6rter bedeuten.“ Gesetztenfalls sie bedeuteten \u00fcberhaupt etwas. Das sei, versichert Spottolski, eine Tatsachenbehauptung und er tut gut daran.<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-1101","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spottolski"],"yoast_head":"\n
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<\/a>der wird sich nach dem guten alten Spam sehnen<\/strike> der darf seinen Kupong einschicken, das ist f\u00fcr ihn folgenlos, und Spotto kriegt einen Bismarckhering. Nach Lekt\u00fcre des angeklickten Beitrages schreiben Sie einen Kommentar (hier unterhalb, da ist so ein Kasten daf\u00fcr) gem\u00e4\u00df der eingebimsten Regeln. Hier eine Kostprobe: <\/p>\n