Kommentare zu: Kunden wollen es wissen https://oliver-baer.de/tatze/kunden-wollen-es-wissen wo es um Sprache geht Sat, 28 Feb 2009 07:52:35 +0000 hourly 1 Von: Andreas Nolden https://oliver-baer.de/tatze/kunden-wollen-es-wissen#comment-5670 Thu, 24 May 2007 09:23:46 +0000 http://www.baer-coach.de/tatze/archiv/110#comment-5670 Ich könnte Frau Merkel und ähnlichem Politiker(ab)schaum ( = Inhaltsleere Blasen, nichts weiter) zugute halten, daß sie ihre Reden ja nicht selbst schreiben. Insofern würde ich die Ghostwriter, also die Geistschreiber, denen es offensichtlich an Geist im Sinne von „Inhalt“ fehlt, die dafür umso nebulöser formulieren, an den Pranger stellen wollen, bzw. lieber gleich auf den Scheiterhaufen. Gleiches mit Marketing-Verantwortlichen, Kreativen, Ausführenden usw.

Aber … ist es nicht so, daß sie gar nicht anders können? Ich dachte auch lange Zeit, daß man einfach nur sagen muß, was man denkt und gedenkt zu tun. Daß man nur sagen muß, was Fakt ist. Nur ehrlich sein. Offen und ehrlich. Damit erobert man die Herzen im Sturm …

Daß das aber möglicherweise zu kurz gedacht ist/war, dieser Verdacht beschleicht mich immer öfter. So abgedroschen auch die folgende These klingt, so wahr ist sie vermutlich:

Die Leute wollen belogen und betrogen werden.

Jeder halbwegs Denkende schimpft über phrasendreschende Politiker; schimpft über Werbung, die verspricht, was ein allmächtiger Gott nicht zu halten im Stande wäre (und der so’n Kram vermutlich auch gar nicht halten wollen würde). Allein sie wollen die Wahrheit nicht hören. Sie wollen nicht das Wahre, Ehrliche, Echte. Sie wollen den Schein. Sie wollen nicht WISSEN … sie wollen GLAUBEN. Und wenn schon glauben, dann lieber das Bessere, Schönere, Süssere.

Daß das – so hart, elitär, egozentrisch und nicht zuletzt überheblich das auch klingen mag – durchaus auch mit der Intelligenz (ich nenne es lieber Erkenntnisfähigkeit) der Leute ( = Bevölkerung, Kunden, Bürger, Konsumenten im weitesten Sinne) zu tun hat … muß man kaum jemandem sagen, der NICHT der sabbernden, geifernden, willenlosen Zombiemasse angehört. Viele sind es freilich nicht, die das verstehen; aber immerhin ein paar. Und die Masse? Bekommt, was sie will – und was sie auch verdient.

Andreas

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Von: Eva Nerling https://oliver-baer.de/tatze/kunden-wollen-es-wissen#comment-5656 Wed, 23 May 2007 07:44:51 +0000 http://www.baer-coach.de/tatze/archiv/110#comment-5656 Die Nebelkerzentechnik steht in der neuen Tradition des Sesselklammerns, das wird klar, wenn man betrachtet, aus welchem Anlaß früher Politiker zurückgetreten sind — siehe Willy Brandt.
Sich unangreifbar zu äußern, diese Kunst fiel mir zum ersten Mal auf, als Schwarz-Schilling zur Erhöhung der Briefgebühr befragt wurde. Er sagte: „Die Achtzig-Pfennig-Marke wird immer achtzig Pfennige kosten“. Er behielt recht. Die Marke wurde nicht teurer, sie wurde nur nicht mehr gebraucht, 1989 mußte eine 1-DM-Marke aufgeklebt werden.
Das Prinzip war geschaffen.

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