baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Togo und Areas oder so

Dienstag 20 Juni 2006

Spottolski treibt sich zur Zeit in seiner neuen Aufgabe als Iwäntwatscher herum. Das heißt, er hält sich irgendwo auf und rechnet dann Spesen ab. Und liefert einen Bericht ab. Leider.

Er berichtet von Iwänts, bei denen massenweise Zweibeiner damit befasst sind, auf eine Wiese in ihrer Mitte zu starren, auf der andere Zweibeiner in bunten Leibchen hin- und herlaufen. Er vermutet, es sei nicht so wichtig, was die Leute dazu bringt, von Zeit zu Zeit aufzustehen und zu brüllen, Hauptsache sie tun es. Dafür hätten sie viel Knete ausgegeben, das sei ihr gutes Recht. Es handelt sich also um Marketing, sonst hätten wir Spottolski nicht hingeschickt.

Das Brüllen hat mit denen in der Mitte der Wiese zu tun, meint unser Experte, die tanzen dort nämlich Togo. Ein Kollege von ihm, auch Kater, behauptet hingegen, Togo sei eine bewusstseinsverändernde Substanz; sie wird in Pappbechern gereicht, und ist erkennbar an Schriftzeichen wie „Coffee Togo“, aber was weiß der schon. Erwiesen ist, laut Spottolski, eine subterrastrische Querverbindung oder so zu jenen anderen Zweibeinern, die nicht in die Nähe der Wiese gelangen und sich deshalb unter freiem Himmel versammeln. Das nennt man ein Nogo (auch: No-go). „Wenn es dort Tipps gibt, wie man näher an die Wiese herankommt,“ hat unser Experte erfahren, dann sei das ein Andreas oder auch Arenas, oder so, jedenfalls genau was man früher (1968) einen Pogo nannte: „Das diskutieren wir noch aus! Pogo, Klara Fall!“

Tatsächlich aber handelt es sich beim Fogo typischerweise um den Fremden, der sich versehentlich in eine Logo-Area verläuft, beziehungsweise um einen Andreas – die Sache ist noch hängig – wo Leute in braunen Klamotten herumstapfen wie die Störche, in dicken Stiefeln, damit sie den Togo kalt erwischen, denn bei Braun könne der Jogo rein gar nichts sehen. Apropos Bewusstsein und trübend, das hätten wir nun davon, dass wir die ganzen Nogos ins Land ließen. Die sollten doch bleiben, wo sie herkommen, in der Rogolei, sonst kriegten sie einen auf den Kogo. Das hätten die anderen Iwäntmänätscher auch gesagt, da ihnen die Sache allmählich über den Wogo wuchs.

Wir haben Spottolski um Aufklärung in ein oder zwei Punkten seines Berichtes ersucht, zum Beispiel was das ganze mit Marketing zu tun habe und wieso er dauernd No-go mit Lo-go durcheinander werfe. Und zu den Spesen, versteht sich. Fremdsprachen müsse man eben können, meinte der bloß, setzte sich in sein Wogo und war weg. Er trifft sich mit einem gewissen Areas (Andreas, Arenas? mal sehen), der will ihm neue Nogos neigen, äh zeigen.


  1.  
    11/10/2006 | 09:26
     

    Dem Coffee Togo kann ich etwas hinzufügen: „Almanci Poesi“.
    Almanci sind, wie vielleicht bekannt, Türken, die schon länger in Deutschland leben. Um meinen Grad an Ausländerfeindlichkeit einzuschätzen, sage ich vorweg, daß ich 4 Jahre mit einem Türken verheiratet war, der mir immer noch ein guter Freund ist. —

    Mit einem Bekannten saß ich in einem Freiluft-Café.
    Auf der Karte stand „Ginger Allee“. Dieses Getränk reizte mein Begehren. „Ich möchte ein Ginger Allee“ sagte ich zu dem Bekannten. „Dschindscher Ehl“, korrigierte er mich. Ich beharrte auf meiner Version und schwor, ich werde das, genau so lautend, erfolgreich bestellen. Er hielt dagegen.
    Ich bestellte ein Ginger Allee. Ich bekam es anstandslos, ohne Nachfragen.

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