baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Das Ohorner Symbolium

Samstag 2 Dezember 2006

Spottolski rief und alle kamen. Fast alle. Die Miezen waren da, besetzten die ersten Reihen und warteten darauf, wer sich zuerst blamiert. Die meisten Kater, sogar die aus dem Oberdorf, ließen sich auf das Risiko ein, dass jemand ins Revier eindringen und wer weiß was dort anstellen könnte, Stichwort Markierung. (Falls Sie hier noch nicht lange mitlesen: Sie sind auf der Gewebeseite des Markierungs Marketingexperten Spottolski gelandet.)

Schon gut, Sie sind willkommen.

Als Gastgeber eröffnete Spottolski das Symbolium in bewährter Weise, indem er die anwesenden Kater bedrohte und die anderen zum Teufel wünschte, was bilden die sich ein. So fühlte sich jeder wie zuhause. Bald wehten Flöckchen von Katerfell in allen Farben durch die Reihen und am Rande der Veranstaltung trieben sich die Jungkater herum und warfen böse Blicke. Die Miezen hockten auf den Vorderpfoten und nickten. Einander zu, was sonst?

Zweck der Veranstaltung sei es, hub Spottolski wiederholt an, weil ihm keiner zuhörte, sich dem Missbrauch der katergemäßen Ausdrucksweise zu widmen, will sagen, es müsse das welsche Wort wieder in seine wohlverlorenen Rechte gesetzt werden. Oder versetzt werden, das sei noch zu klären. „Er meint das gewählte Wort,“ flüsterten die Miezen, aber auf sie hört sowieso keiner.

Vor allem der Konjunktiv der indirekten Rede gehöre auf den Kompotthaufen der Geschichte, schrie Spottolski und die Kater johlten und hörten zu streiten auf. Einer hatte entdeckt, da vorne sitzen ja die Miezen. Damit habe er jüngst mieze Erfahrungen gemacht, mit dem Konjunktiv, siehe Management by Pilzing, aber in der Sache gebe er keinen Fußbreit ab.

„Da kann er bei sich selbst anfangen,“ sagten die Miezen in der ersten Reihe und nickten, wollten aber nichts gesagt haben. Wann das Symbolium endlich beginne, schrie ein Halbstarker von hinten und holte sich eine beim Obermotz aus dem Unterdorf ab. Oder umgekehrt, das weiß manchmal keiner.

„Vor allem,“ brüllte Spottolski, obwohl es gerade leidlich still war, „vor allem,“ brüllte er: „Die Pilze müssen weg!“ –“ „Ja genau,“ stimmten die alten Kater zu, „die Pilze!“ Keinem war geläufig, worum es ging, aber so kam die Versammlung in Schwung, und es sei immer gut, wenn der Gegner indentifziert infiziert ist. Das meinten auch die Miezen, auf die Gefahr, sie könnten einem Konjunktiv aufsitzen. Aber auf sie hört sowieso keiner.

Wieso Pilze, begehrte ein Junger zu wissen, kriegte eine ab und suchte sich einen Platz weiter vorne, aber da zischten die Miezen: „Verpiss dich!“ Aber nicht hier, sagte Spottolski und malte mit der Kralle zwei Gänsefüßchen in die Luft. Das verstanden die Alten auf den Rängen ganz folgerichtig, verteilten Ohrfeigen und vernichteten Mucki, Kaisers Foxterrier. Dieser hatte einen Moment lang seine Geistesgegenwart verloren und gebellt. „Ausländer raus!“ brüllten alle und die Miezen nickten. Aber wie gesagt.

Die Sache mit den Pilzen wollte Spottolski noch erklären, aber er kam nur dazu, den Bonnafide-Interessenten eine Lektion krass und bravissime anzubieten. Was immer das bedeuten möge, aber Englisch wolle er hier nicht mehr hören, trumpfte er auf. „Ich sag bloß MBA.“ – „Und Bachelor of Arts.“ murmelte eine von den Miezen, etwas zu laut.

Worauf die Keilerei erst richtig losging, wozu war man schließlich hergekommen. Spottolski solle so ein Symbolium ruhig öfter ausufern, das könne keiner so wie er. Das meinten auch die Miezen und merkten sich, auf wen sie im Frühling den Fox hetzen, wenn es wieder losginge losgeht mit der Konzeption und so. Und falls der Fox noch lebt lebe da wäre. Egal, Hauptsache Symbolium.


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