baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Wieso die Bahn verliert

Samstag 17 November 2007

Wie der Streik auch ausgehen mag, die Bahn hatte ihn verloren, bevor er begann. Weil sie die Bürger gegen sich aufbringt. So unbeliebt war die Bahn zu keiner Zeit, auch nicht als wir noch eine Bahnsteigkarte lösen mussten, um die Lieben am Zug zu begrüßen. Seither hat sich die Bahn ihren Kunden entfremdet. Schon durch ihre Sprache verrät sie Tag für Tag, dass sie uns nicht als Fahrgast schätzt, sondern als Komponente ihrer Gewinn- und Verlustrechnung.

Der Kunde merkt’s und ist verstimmt. Und hält klammheimlich zu den Lokführern: „Endlich mal einer, der es der Bahn zeigt! Das ist die Mühe wert.“ Hätte die Bahn im Bürger einen Verbündeten, hätten die Lokführer längst klein beigegeben. So kann die Bahn ihre streikbedingten Millionenverluste nur sich selbst zuschreiben. Die Lokführer nutzen die Gunst der Stunde. Ob die Bahn daraus lernt? Falls ja, werden wir es an ihrer Sprache merken, denn sie spiegelt die Einstellung des Bahnvorstands zu seinen Kunden.


  1.  
    08/12/2007 | 12:17
     

    Ein Leser warnte vor englischen Verhältnissen, wie sie vor Thatchers Zeiten herrschten. Damals ging so mancher Betrieb in die Knie, weil gleich mehrere Gewerkschaften vertreten waren, die sich untereinander bekämpften. Irgend einen Grund zum Streik gab es immer.

    Auf diese Frage bin ich nicht eingegangen, weil der Streit darüber nicht unser Thema ist. Interessant ist hier nur: Auch Mehdorn sieht das so, aber dafür findet er kein Publikum, weil es etwas schlimmeres sieht – ihn und seine Unternehmensführung.

Die Kommentarfunktion ist zur Zeit geschlossen.