baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Masse macht mehr Mist

Mittwoch 19 Juli 2006

Für seinen Kommentar der Titelgeschichte im Spiegel Ich im Internet findet Peter Turi den angemessenen Ton:

Aber weil’s ohne Häme beim „Spiegel“ nicht geht, wird die durchaus genießbare Titelgeschichte mit einer vollkommen ungenießbaren (und vom Inhalt nicht gedeckten) Zeile serviert: „Ich im Internet – wie sich die Menschheit online entblößt“.

Eines kommentiert bisher keiner: Das Web 2.0, das die Herzen der Vermarkter hüpfen lässt, versagt wie sein Vorgänger, wenn nur die Masse mehr Mist macht. Dem aufgeklärten Netzbürger fällt es so leicht oder so schwer wie zuvor, zu finden was zu ihm passt. An der Aufgeregtheit bewegter Menschenmengen hat er sich nicht beteiligt und er wird es auch in Zukunft bleiben lassen. Mit anderen Worten: Die Leitmilieus haben mit dem Web 2.0 nur insofern zu tun, als sie daran verdienen. Konsumieren werden sie es nicht, na schön, vielleicht am Rande.

Ich mag mich irren. Am besten zu Fuß im Netz sind die Postmateriellen, die Experimentalisten und Spitzenreiter sind die Modernen Performer. sie sind die Macher und die fallen auf den selbst produzierten Kram doch nicht herein. Oder?


  1.  
    Paulousek
    16/08/2006 | 19:22
     

    Ach ja, sicher doch. Das Web 2.0 wurde für die Teenies erfunden, die niemals das WAS interessiert, sondern das WER (vielleicht noch das GEGEN WEN).
    Siehe MySpace. Erwachsene Leute haben für sowas gar keine Zeit.
    Aber das ist nur die globale (Spiegel-)Sicht. Im Kleinen, etwa in einem Projekt oder Unternehmen, weist das 2.0 schon auf die Rolle von Partizipation hin, von Flexibilität und von Unvorhergesehenem, das es gemeinsam anzupacken gilt. Und, letztlich, auf die Unsteuerbarkeit von Kommunikationsprozessen, und dass sie ein Glück ist.

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