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Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Journalisten ärgern – wie man das macht

Dienstag 10 Oktober 2006

„Wie viel Englisch verträgt eine Pressemitteilung?“, wollte die GlobalCom PR-Network GmbH von deutschen Journalisten wissen, die sich mit IT- und Technikthemen beschäftigen. Falls Sie Ihre Best Practices anpreisen oder Ihre Anwender als User bezeichnen, wird Sie die Antwort der Journalisten wachrütteln.

Der Leidensdruck sei höher als sie dachten, sagt Global Com. Den Wortlaut der Fragen und Antworten finden Sie bei Open PR, das offene PR-Portal. Hier ein paar Kostproben:

„Redakteure wünschen sich, dass möglichst viele Begriffe in lesbares Deutsch übersetzt werden, außer wenn die Übersetzung zu Missverständnissen führt.“

„Superlative und Begriffe wie Weltmarktführer, unübertroffen, optimieren und pro-aktiv möchten die Redakteure möglichst gar nicht lesen – egal in welcher Sprache.“

„Auf der schwarzen Liste der meist gehassten Begriffe stehen u.a. Superlative und Eigenlob, gefolgt von Begriffen wie hervorragend, unübertroffen, optimieren, marktführend, pro-aktiv, ganzheitlich, innovativ.

Journalisten ist es am liebsten, wenn Sie auf Adjektive überhaupt verzichten. Ärgern kann man sie auch mit solchen Ungetümen: Funktionalität, Technologie, Performance, Potenzial oder lösungszentrierte Ansätze. Und mit Denglisch imponieren sie den Kollegen schon gar nicht, Paradebeispiel: „Ich committe mich“.

Klicken Sie am angegebenen Ort, dort finden Sie weitere Leckerbissen. Auch solche, die Sie selber schon versandt haben. Der Beitrag belegt im übrigen, dass es keineswegs einfach ist, ohne englische Begriffe auszukommen. Um so mehr Fingerspitzengefühl ist angezeigt, darf ich hinzufügen, mit einem freundlichen Gruß an Global Com.


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