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Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Welche Sprache für türkische Kinder?

Dienstag 18 Oktober 2011

Abdülmecit II, der letzte Kalif des Osmanischen Reiches. Seine Leidenschaft galt der Malerei. Von ihm gemalte Porträts von Beethoven und Goethe wurden 1918 in Wien ausgestellt.

Petra Schulz, Professorin für Deutsch als Zweitsprache – Theorie und Didaktik des Zweitsprachenerwerbs im Interview mit dem SPIEGEL über den Streit, welche Sprache türkische Kinder in Deutschland zuerst erlernen sollen:

„… Wenn Kinder im Alter von drei Jahren beginnen, Deutsch zu lernen, stehen die Chancen nicht schlecht. In der Schule wird es neben dem eigentlichen Lernstoff schon schwieriger. … [Die Eltern] können ihren Kindern etwa dadurch Vorbild sein, dass sie selbst Deutschkurse belegen. Mit den Kindern sollen sie in der Sprache sprechen, in der sie zu Hause sind. Denn Sprache transportiert immer auch Identität und Emotion, da wären verunsicherte Eltern eher kontraproduktiv.“ (aus SPIEGEL Nr. 10/2011, Seite 31)

Ergänzung zu Rollenverteilung im zweisprachigen Haushalt (Von Babylon nach GlobylonSeite 63 ff.)


  1.  
    28/02/2012 | 12:46
     

    Wenn es nicht so schwierig wäre, Kindergartenplätze für alle bereitzustellen, würde ich einen Deutschlern-Kindergartentag, 1x oder 2x pro Woche mindestens, befürworten. Es sollte auch einen Anreiz geben, z.B. nachgewiesene Teilnahme der Kinder verbessert die Einbürgerungschancen der Eltern… Mehr Kontakt, auch mit den Müttern, bei gleichzeitigem Spracherwerb von Mutter und Kind, würde die Integration fördern. Man mag sagen, die Kinder lernen Deutsch doch auch auf dem Spielplatz. Falsch. Sie lernen da Kanakdeutsch, „isch kenn disch, Digger“, was ihre Chancen auf gute Deutschnoten und einen Ausbildungsplatz nicht wirklich verbessert.

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