baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Vexierbild für öffentliche Fußballbetrachter

Dienstag 10 Juli 2012

Immer mal wieder ist Schland, das merken sogar wir uns: Im Sommer jeder geraden Jahreszahl ist Wimpel-Time. Dazu gibt es, was Engländer vielleicht open air viewing nennen, gegebenenfalls auch public screening oder outdoor screening.

Vexierbild Teil Eins zu der Frage: Was merkwürdet hier?

Was auf der Zunge nicht so prickelt, ist das Trauerwort public viewing (damit ist eine öffentliche Aufbahrung gemeint, jedenfalls in der Sprache, aus der dieser Begriff zu uns herüberschwappt). Für Rudis Rumpelcombo mag diese Bedeutung noch gegolten haben, für den modernen Fußball aus Schland passt Aufbahrung bestimmt nicht. Pablik Wjuing muss jemand erfunden haben, der auch imstande wäre football mit Kopfball zu übersetzen (und dem dabei nichts auffällt).

Genauer: What stimmt's hier not? Vexierbild Teil Zwei (das ganze ist ein Ausschnitt aus ver.dis Spielplan zur EM 2012)

Gewissermaßen als letzten Abwasch nach dem Iwänt, bietet die baerentatze heute dieses zweiteilige Vexierbild. Was das ist, beschrieb Franz Kafka in seinem Tagebuch 1911: „Das Versteckte in einem Vexierbild sei deutlich und unsichtbar. Deutlich für den der gefunden hat, wonach zu schauen er aufgefordert war, unsichtbar für den, der gar nicht weiß, dass es etwas zu Suchen gilt.“ (siehe Wikipedia)

Haben Sie es gefunden? Steht es für einen perversen, also ganz salonfähigen Selbsthass, oder erkennt der Spezialist einen pathologischen Fall von massenhafter Beklopftheit? Ohne die Antwort abzuwarten, verabschiedet sich die baerentatze mit einem fröhlichen „Auf Wiederschland in zwei Jahren!“ Ein dritter Platz war schließlich auch nicht übel.

Ach so: Haben Sie den Fehler gefunden? Er ist zeitlos.


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