baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Töten braucht man nicht zu verbieten

Freitag 14 Juli 2006

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel erklärte, dass Deutsch die Landessprache in Deutschland ist, sei unstrittig. Eine Diskussion darüber sei „unnötig“. Man solle die „Verfassung nicht mit Selbstverständlichkeiten aufblähen“. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Reinhard Bütikofer, bezeichnete die Überlegungen Lammerts sogar als „belanglos“ und als „oberflächliches Ablenkungsmanöver“.

So stand es in der FAZ. Nach dieser Logik wäre es auch überflüssig, das Töten zu verbieten. Es ist doch selbstverständlich, dass wir einander nicht umnieten. Oder?

Nochmal die FAZ: Das macht die Forderung von Bundestagspräsident Lammert aber nicht belanglos, wie die Grünen meinen. In einer Zeit, in der die Pflege des Deutschen sogar in Goethe-Instituten („Englisch ist ein Muß, Deutsch ist ein Plus“) einer beliebigen Folklore weicht, ist eine Verständigung über einen staatlichen Kulturauftrag nicht überflüssig. Jedenfalls solange die sogenannten Führungskräfte des Exportweltmeisters in Politik und Wirtschaft ihre Sprache freiwillig verhunzen und aufgeben und damit dem Land und sich selbst kulturellen Boden entziehen.

In Österreich steht es in der Verfassung: Deutsch ist die Landessprache.


  1.  
    17/08/2006 | 11:39
     

    Mit großem Pläsir las ich die Debatte, ob denn der Usus des Deutschen in Deutschland commandirt werden müsse. Mais oui, mes amis! Aus dem Jenseits künde ich Ihnen von den Zeiten um 1800, als die feine Gesellschaft so in Französisch parlierte, daß mancher die deutsche Zunge nicht zu rühren wagte, hätte man ihn doch einen tumben Tüffel gescholten. Nun wieder geniert man sich vor dem Englischen seiner angeborenen Mundart. Die weitere Entwicklung ist bekannt, erst trotziger Stolz auf die eigene Nation, dann Nationalismus. Wo ist das Mittelmaß? Wo ist die selbstverständliche Liebe zu Heimat und Sprache, fern von Kriecherei einerseits und Arroganz andererseits?

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