baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Falsches Unwort

Samstag 20 Januar 2007

Die Wahl zum Unwort des Jahres ist diesmal für die Schattenparker, es lautet Freiwillige Ausreise.

Es fehlt der Mut, zum Unwort zu erklären, womit die Gesellschaft ein ums andere mal aufs Kreuz gelegt wird: In bester Orwell’scher Manier gilt als Reform jede Initiative, die diesen Begriff verhöhnt. Echte Reformen haben schon deshalb keine Chance, weil das Wort Reform nur noch für Stümpereien steht, die zwar manches ändern, aber nichts verbessern. An anderer Stelle sagten wir: Fummeln ist unsachgemäßes Hantieren.

Unfug steht jedem frei. Dafür aber einen Begriff unserer Sprache ins Gegenteil zu verdrehen, wäre denn doch zu viel des Unguten. Daran zu erinnern, täte den Machern der Unwortwahl ganz gut.


  1.  
    Paulousek
    20/01/2007 | 17:58
     

    Tja, auch mein eigentlich beizeiten gegebener Hinweis auf Reform hat leider nichts gefruchtet. Diese politisch korrekt weichgespülte Unwort-Aktion hat schon im hiesigen Tagesspiegel die Suche nach dem „Un-Unwort“ ausgelöst: Gefunden wurde: „Papierkorb“.

    schöne Grüße!

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