baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Erzwungene Bedienung

Samstag 20 Mai 2006

Aus schierer Sympathie für die Frauen der Aktion Abpfiff hatte ich versprochen, sie in der baerentatze zu unterstützen. Nun fällt es mir doch schwer, dem gerecht zu werden. Was hat Prostitution mit Sprache und Marketing zu tun? Nun ja, doch einiges. Man muss nicht alles, was machbar ist, tatsächlich machen, zum Beispiel Frauen benutzen, die sich für diesen Zweck nicht aus freiem Willen anbieten.

Das Problem besteht wohl darin, dass Argumente zwecklos sind, wo Männer für ihr Wohlgefühl genau das benötigen: Unterlegene Menschen zu erniedrigen, seien sie aus der Ukraine zu diesem Zweck erpresst und gezwungen oder seien sie Kinder, die sich schon gar nicht wehren können. Ziehen kann die Aktion Abpfiff auch nicht bei jenen, die auf solche Gedanken gar nicht erst kämen. So beschränkt sich die Aktion auf die Bitte, dass sich die Einsichtigen nicht genieren zu melden, wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt.

Dazu ergibt fast immer die Sprache einen ersten Anhaltspunkt; mit etwas Feingefühl hören wir aus dem Tonfall unter den Umständen der Begegnung den Rest. Da allerdings wäre jeder einzelne Erfolg der Mühe wert gewesen. Bitte lesen Sie mehr an dieser Stelle: Prostitution soll nicht verboten werden, sondern Frauen, die dazu gezwungen werden, sind zu schützen.

Schade nur, dass sich auch der Frauenrat der Sprache des Unmenschen bedient, vermutlich in der Annahme, dass nur so die Politiker zu erreichen wären. Das mag sogar sein, obwohl ich auch das bezweifle, aber an den Männern, um deren tätige Hilfe es geht, rauscht diese Sprache vorbei wie alles, was aus der Politik kommt.


Die Kommentarfunktion ist zur Zeit geschlossen.