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Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Auge um Auge

Mittwoch 19 März 2014

Sprachfreunde lassen grüßen: Wie schön, dass wir euch nicht mehr ertragen müssen!(© Behland)

Heute wird mal nachgetreten, zwar freudlos aber gleich zweimal, da sich zwei Gegner der gepflegten Muttersprache in die Bedeutungslosigkeit verabschieden.

Der erste Fall betrifft Sebastian Edathy, aber nicht wegen der Sache, die ihm politisch das Genick gebrochen hat. Da er sich beklagt über die kalte Schulter, die ihm die SPD bietet, erinnere ich mich an eine TV-Runde, wo Edathy „Deutsch ins Grundgesetz!“ routiniert abwimmelte. Bekanntlich darf man auch über Deutsch als Landessprache verschiedener Meinung sein. Edathy aber vergriff sich gleich dreimal: Im Ton, der war anscheinend sachlich (anmaßend); in der Wahl seiner Argumente (längst widerlegt); und er vertat sich in der Temperatur (eisig). Bestens bekannt ist diese Kombination von der Blasiertheit der Politiker, die „keinen Handlungsbedarf erkennen“ und nie auf das Argument eingehen, sondern nur eines tun, das aber geübt: den Gegner mundtot machen. In der Erinnerung aus der Gesprächsrunde (s.unten) bleibt die Eiseskälte des Abgeordneten Edathy. Vielleicht erntet er von seiner Partei nur, was er auch dort gesät hat?

Der andere Fall betrifft Alice Schwarzer, deren Steuerprobleme hier ohne Belang sind. Wolf Schneider zählt sie zu den Persönlichkeiten, die den größten Einfluss auf die deutsche Sprache ausgeübt haben (neben Martin Luther und Konrad Duden). Um die Sprache geht es ihr aber nicht, sie missbraucht sie als Werkzeug (genau wie die Politiker). Auch das Schicksal der Frauen kümmert sie nicht, sonst wäre ihr Feminismus kein Krieg, sondern eine Annäherung zum friedlichen Ausgleich, also ein Erfolg. Was will Alice Schwarzer? Sie will piesacken, manipulieren, Macht ausüben, das hat sie selber vielfach bewiesen. Falls Sie das nicht glauben, schauen Sie doch genauer hin.

Was man statt mainstream gendering tun könnte, um zu einem – für Alle erfreulichen – Erfolg zu kommen, hat in einem Beitrag über Frau Schwarzer so wenig zu suchen wie eine Anleitung zum Getriebewechsel. Das sag ich als Sohn einer alleinstehenden Mutter, die zur Kontoeröffnung eine Erlaubnis ihres Mannes vorlegen sollte, und als Ehemann einer Frau, deren alleinstehende taubstumme Mutter sich genauso wenig unterbügeln ließ. Der bleibt unser Blick auf Schwarzers missratenen Feminismus recht nüchtern. Tragisch: Solcher Unfug entfremdet die Sprache von ihren Sprechern (zu Fuß Gehende statt Fußgänger). So viel Machtausübung stand dieser Frau nicht zu. Und Zigtausende, die unseren Müttern nicht das Wasser reichen könnten, sind der Schwarzer nachgelaufen. Na, vielleicht hat sich das endlich erledigt.


Die Diskussionsrunde im Fernsehen: Deutsch ins Grundgesetz – Überflüssig oder überfällig?, Phoenix Runde, 17.11.2010, Anne Gesthuysen diskutierte mit Prof. Monika Grütters (CDU), Sebastian Edathy (SPD), Wolf Schneider (Journalist und Sprachkritiker), Rudolf Hoberg (Gesellschaft für Deutsche Sprache).


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