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Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben

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Archiv der Kategorie 'Von Babylon nach Globylon'

Die Bedeutungslosigkeit der Lücke

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

„Dafür gibt es kein deutsches Wort!“ In diese Falle tappen auch schneidige Anglizismenjäger. „Shitstorm“, „Crowdfunding“, „Refugees Welcome“ und „Fake News“ kleben in unserem Wortschatz wie Bonbons im Kinderhemd, alle waren sie Anglizismus des Jahres, weil sie „… ins Bewusstsein und den Sprachgebrauch einer breiten Öffentlichkeit gelangt“ sind und eine „interessante Lücke im deutschen Wortschatz“ füllen. […]

Sprache sollte auch etwas nützen

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

„Wie sprechen Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei“, so Kurt Tucholskys trockenes Urteil über großstädtisches Geschwätz. Aber seien wir gerecht: Schon in der Muttersprache gelingt gute Verständigung nur mühsam. Derweil verbreitet Facebook die Illusion, ein Smiley hätte einen kommunikativen Nutzwert. In solchem Gelärme kann man zum Trend erklären, was auch ohne Alkohol im Kopf Geschwätz bleibt: […]

Falsch zitiert!

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Das Geschick, eine glückliche oder wichtige Entdeckung durch Zufall zu machen, kommt überall vor, aber die Engländer haben den Begriff mit einem Wort versehen: serendipity – eine Orchidee unter den Wörtern, den meisten Angelsachsen jedoch nicht vertraut. Ich schulde Ihnen ein Geständnis, ich habe leichtfertig zitiert: Die Weltsprache sei nicht Englisch, ließ ich den prominenten […]

Dafür gibt es kein deutsches Wort

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Zur Rechtfertigung eines Fremdwortes gibt es ein Argument, das sticht immer: „Dafür giiibt es kein deutsches Wort, echt, giiibt es wiiirklich nicht!“ Sogar gestandene Sprachbewahrer gehen ihm auf den Leim, wenn auch mit verdrossenem Schweigen. „Der shitstorm habe eine Benennungslücke gefüllt“, erklärte der Germanist Michael Mann schon 2012 […]. „Das heißt, es existierte einfach kein […]

Wat von Jupp nit mehr kommt

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Ausnahmsweise ein Nachruf. Josef Braun, der seinen fünfunddreißigtausend intimsten Bekannten nur als Jupp Braun bekannt ist, steht mir zum Blödeln auf Rheinisch nicht mehr zur Verfügung. Gestern ist er in seiner Wahlheimat Helsinki gestorben. Von ihm stammen buchstäblich Hunderte von Quellenhinweisen, denen ich nachgegangen bin für Von Babylon nach Globylon. Ich weiß von Keinem, der […]

Als Vladimir Špidla das Englisch verweigerte

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EU-Kommissar Vladimir Špidla, der vormalige Ministerpräsident der Tschechischen Republik, wurde einmal gefragt, weshalb er Deutsch spreche statt Englisch, wie alle anderen im Raum. „Es gibt Gedanken, die kann man nur in einer bestimmten Sprache ausdrücken. Auf dieses Erfindungsmoment darf Europa auf keinen Fall verzichten.“ Anlässlich eines Vortrags wollte ein Zuhörer die Quelle für dieses Zitat […]

Globisch meinen ohne es so zu nennen

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Jürgen Trabant erinnert in der FAZ an die Haltung der Römer. Sie schätzten die Sprache der – kulturell überlegenen – Griechen und bewahrten zugleich ihre eigene Sprache, Latein, und entwickelten es weiter zur dominierenden Sprache Europas. „Der europäische Weg wäre noch ein bisschen mühsamer,“ fährt Trabant fort, „nämlich der Weg einer europäischen Mehrsprachigkeit, die tatsächlich […]

Anmerkung zur Kindle-Ausgabe

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Formatierungen Die Formatierungen des gedruckten Buches konnten in der Kindle-Fassung nicht in der gleichen Vielfalt verwirklicht werden. Das ist bei E-Büchern nicht zu vermeiden, die Kompromisse sind hinnehmbar. Man kann das Kindle-Buch auch auf dem Rechner lesen (mit der Kindle-Weichware); dort ist die Wiedergabe etwas anders als im Kindle, dasselbe gilt für E-Buch-Lese-Apps. Einige der […]

Das können Sie sich schenken

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Suchen Sie neue Argumente zu Frühförderung, Schulenglisch, Wissenschaftssprache, Weltsprache und Muttersprache, die noch nicht jeder draufhat? Die finden Sie in Von Babylon nach Globylon, zur Zeit in einem Sonderangebot: Das Buch, das man gelesen haben muss, um über Englisch und auf Englisch mitzureden, ohne sich zu blamieren – das gibt es als E-Buch für 0,98 […]

Eine Lanze fürs E-Lesen

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Gibt einer das Rauchen auf, teilt er sein Glück sogleich mit aller Welt, denn wes das Herz voll ist, dem läuft der Mund über. Daher kennt alle Welt kaum etwas Öderes als den frischen Missionar. Dennoch sei hier eine Lanze gebrochen. Am Computer Bücher zu lesen, halte ich für eine seiner beklopptesten Anwendungen. Da werde […]

Schäuble schwätzt und stellt was an

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Vor Selbstverstümmelung bewahrt uns die Angst vor Schmerzen, gegen den Verlust des Reisegepäcks gibt es eine Versicherung. Geht jedoch unsichtbares Gepäck verloren, zum Beispiel die Muttersprache, versagt die Versicherung. Da hilft nur Sprachgefühl. Gegen die mangelnde Einsicht, dass Sprachverlust einer Verstümmelung des Denkens gleichkommt, gibt es keine Pillen. Aber Handlungsbedarf. „Die Simultandolmetscher im Brüsseler Ratsgebäude […]

Keine Kritik, und doch …

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Die Anbieter von Sprachkursen denken sich wunderbare Methoden aus, jeder Kurs gerät zur Verführung, dass man ein besserer Mensch werde, jedenfalls im Rahmen seiner Karriere: „Lern mich, und Du kannst Englisch!“ Daran ist nichts auszusetzen, außer dem Nutzen, den sie nicht stiften.

Die Globisch kapieren

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Bei Jennifer Allen hat Globisch einen Stein im Brett. Die Chefredakteurin des zweisprachigen Magazins frieze d/e ist Kanadierin deutscher Abstammung. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau bezeichnet sie Globisch als die Lingua franca der Künstler. Da stutzt, wer sich Globisch bisher nur als Weltsprache der Wirtschaft vorstellt. Wie soll denn das in der Kunst […]

Information vs. Exformation

( Gespeichert in der Rubrik Gesellschaft, Von Babylon nach Globylon )

Schon Onkel Felix schätzte die einprägsame Darstellung von Statistiken: „Auf den Kopf der Bevölkerung fallen 1,5 Ziegelsteine“, „Jeder achte Gelsenkirchener kauft Mohrrüben“ und dergleichen mehr. Nun piekste mich in einem öffentlichen Vortrag eine Variante, in der es um Jugendliche ging, nämlich jene mit dem sogenannten Migrationshintergrund, und der Kernsatz enthielt die folgende Desinformation:

Synchrones Lernen, ein Selbstversuch

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Als ich das Rauchen sein ließ, suchte ich eine Ersatzhandlung für die erste Zigarette in der Frühe und die letzte vor dem Einschlafen. Sehr bewährt hat sich das Erlernen von zwei Sprachen zugleich. Doch: anstelle der Zigaretten.

Die unvermeidbaren phrasal verbs

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Die Unvermeidbaren Partikelverben (phrasal verbs), denen keiner entkommt Geht’s auch ohne die phrasal verbs? Nein, eher lässt ein Süchtiger das Rauchen als ein Engländer den Gebrauch der Verben, die ihn schon als Krabbler umgaben. Streiten lässt sich allenfalls über eine Liste der tatsächlich Unvermeidbaren. Hier ist mein Vorschlag, er umfasst 102 der am häufigsten gebrauchten […]

Verwirrte Geräusche unterlassen

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Ich werde immer wieder aufgefordert, mit Beispielen zu belegen, was ich mit „zu gutem Englisch“ meine. Ganz wörtlich: zu gut für eine erfolgreiche Verständigung. Hier ist ein Beispiel, das beweist, wie wenig Beweiskraft Beispiele besitzen.

Von Babylon nach Globylon – Inhalt in 38 Thesen

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Die Thesen in vier Abschnitten: A: Über die Weltsprache B: Über die Muttersprachen und Englisch C: Über die Sprachen der Wissenschaft D: Über die Sprache der Bürger im Alltag Abschnitt A: Über die Weltsprache 1 – Alle verwechseln die Weltsprache mit Englisch Die Weltsprache sieht zwar aus wie Englisch und sie klingt wie Englisch – […]

Renaissance der Muttersprachen

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Interview mit den Sprachnachrichten des Vereins Deutsche Sprache Sprachnachrichten: Sie machen sich stark für Englisch als Weltsprache. Braucht Englisch Ihre Fürsprache? Baer: Nein. Ich mache mich stark für Deutsch, für die Muttersprachen. Die Weltsprache ist nicht Englisch, sondern schlechtes Englisch. Das weiß jeder, aber keiner zieht daraus die Konsequenzen. SN: Und die wären: Besseres Englisch […]

Englisch und Globisch: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

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Leseprobe Nr. 5 aus Von Babylon nach Globylon Globisch ist ordentliches Englisch, es ist keine Spezialsprache mit eigenem Vokabular. Die globische Rechtschreibung verwendet die Buchstaben, Zeichen und Zahlen des Englischen. Es verwendet die englische Grammatik. Es hört sich an wie Englisch, mit den Regional- und Dialektakzenten aus aller Welt. Wie wir sehen werden, bietet diese […]

Lingua franca der Nomaden

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Leseprobe Nr. 4 aus Von Babylon nach Globylon Zuguterletzt spricht ein soziologisches und zugleich soziodemografisches (mithin volkswirtschaftliches) Motiv dafür, dass wir Deutsch als Wirtschafts- oder Produktionsfaktor ernstnehmen. Allein in Deutschland leben über 15 Millionen Personen mit sogenanntem „Migrationshintergrund“; das sind Deutsche aus dem Ausland (Spätaussiedler), es sind die Einwanderer mit ihren Kindern sowie Asylanten – […]

Fremdsprachen in der Schule

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Leseprobe Nr. 2 aus Von Babylon nach Globylon Der Rummel um die Frühförderung grenzt an Hysterie, da stehen die Väter und Mütter zusammen: Es gilt, die Kinder für die Weltsprache rundum fit zu machen: Fitness statt Bildung. Als gäbe es nichts Wichtigeres zu lernen: Intelligenz bilden, Kreativität entfalten, seelische Ausgeglichenheit erwerben, soziale Kompetenz üben, die […]

Das Lied vom Tod – und eines von der Liebe

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Leseprobe Nr. 1 aus Von Babylon nach Globylon Dem aufmerksamen Leser entgeht nicht, dass hier vom Leben und Sterben die Rede ist – als hätten wir nicht in aller Sorgfalt geklärt, dass solche Rede nur passen kann, wenn die Sprache ein Organismus wäre: Die Analogie taugt daher nichts bis zum schlüssigen Beweis des Gegenteils (siehe […]

Traber sind keine Springpferde

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Leseprobe Nr. 3 aus Von Babylon nach Globylon In unserer Sprache kann man sich besonders präzise ausdrücken. Ist das ein Klischee, gibt es etwa bessere und schlechtere Sprachen? Wohl kaum, aber typische Unterschiede fallen auf. Der Ingenieur Gerhard Junker war viele Jahre deutscher Sprecher im Lenkungsausschuss der europäischen Luftfahrtnormung.213 Der Ausschuss hatte Handlungsanleitungen in englischer, […]

Ist Globish dasselbe wie Globisch?

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Kurze Antwort: Ja. Im Buch näher erläutert, hier kurz erwähnt: Von Babylon nach Globylon hat einen Paten namens Globish the World Over von Jean Paul Nerrière und David Hon. So gut wie alles, was in diesem steht, finden Sie in meinem, aber auf Deutsch und ausdrücklich für die Leseinteressen deutscher Muttersprachler geschrieben. Es enthält viele […]

Von Babylon nach Globylon

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Worum es geht Wir wollen die Weltsprache und lernen die falsche. Wir opfern die eigene Sprache, und die fehlt dann – auch zum Erlernen der Weltsprache. Der Aufwand, den wir in die englische Sprache investieren, fehlt der Muttersprache. Das kommt uns teuer zu stehen. Erstens benötigen wir die Muttersprache für alles, was es zu lernen […]

Rezensionen: Von Babylon nach Globylon

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Auszüge aus Rezensionen Erstens die Muttersprache. Dann Globisch. Aus den Fremdsprachen wird nichts ohne die gepflegte Muttersprache […] Deutsch erleidet fortwährend Domänenverluste oder Angriffe auf Domänen, also Sprachbereiche: Von der Kosmetik über den Sport und ausgesuchte Schulfächer, wenn sie auf Englisch unterrichtet werden bis zur Gerichtssprache und der Sprache von Gesetzestexten: Längst schon müssen sich […]

Harte Währung statt falscher Fuffziger beim Sprachenlernen

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Englisch und Globisch sind zweierlei: Zu viel des guten, nämlich des guten Englisch, schadet in der globalen Wirtschaft in 95 von 100 Gesprächssituationen: In allen anderen wird es nicht verstanden. Lösung des Problems gibt es, sie heißt Globisch. Die Welthandels- und Verkehrssprache ähnelt der englischen Sprache, aber sie entspricht ihr nur an der Oberfläche. Dennoch […]

Sprachen tragen keine Farbe

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Muttersprache und Vaterland sind nicht dasselbe, nicht einmal das gleiche. Schwarz-Rot-Gold kann nicht für die Muttersprache Deutsch stehen. Dennoch schmücken sich Sprachschützer gerne mit der Nationalflagge, der Verein Deutsche Sprache trägt Schwarz-Rot-Gold im Logo, manche Sprachfreunde verbünden sich in ihrem Überschwang sogar mit Initiativen wie „Du bist Deutschland“ (die mit dem schwarzrotgoldenen Hundehäufchen als Logo). […]

Der Schaden, den Finnland nahm

( Gespeichert in der Rubrik Von Babylon nach Globylon )

Finnisch ist eine Sprache wie kaltes Wasser, gut für die Klarheit der Seele, aber eignet sie sich fürs Geschäft? Die Finnen waren so kühn, sogar Computerbegriffe aus dem Englischen in ihre Sprache zu übertragen. Dieter E. Zimmer hat untersucht, wie die hundert gebräuchlichsten Begriffe aus der IT-Welt in neun europäischen Sprachen verwendet werden: der Muttersprache […]