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Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben

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Archiv der Kategorie 'Von Babylon nach Globylon'

Weiter geht es mit dem Schattenboxen

Englisch als erste Sprache der Europäer in Brüssel, Straßburg und Luxemburg wird überleben und sei es in den informellen Kanälen der kleinen Kameradenwege. Zumindest bleibt ihr globalesisches Englisch ein Störfaktor. Wer schreibt, der bleibt. Die meisten Vorlagen werden so formuliert und bestimmen schon deshalb den Verlauf der Debatte. Widerstreitende, überlegene Gedanken, die nur aus anderen […]

Sprache sollte auch etwas nützen

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„Wie sprechen Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei“, so Kurt Tucholskys trockenes Urteil über großstädtisches Geschwätz. Aber seien wir gerecht: Schon in der Muttersprache gelingt gute Verständigung nur mühsam. Derweil verbreitet Facebook die Illusion, ein Smiley hätte einen kommunikativen Nutzwert. In solchem Gelärme kann man zum Trend erklären, was auch ohne Alkohol im Kopf Geschwätz bleibt: […]

Vorschlag zur Gendergüte

Gesteuerter Sprachgebrauch im Sinne der sprachsensiblen Gleichstellung verändert die Sprache. Das ist gewollt und es wirkt. Über die ästhetischen und politischen Aspekte lässt sich streiten. Schwerer wiegt hier der Umgang mit der Wirklichkeit, der das angesagte Ziel verfehlt, dabei etwas Wichtiges zerstört. Dass grammatisches und biologisches Geschlecht verwechselt werden, liegt im Interesse der genderbewegten Sprachveränderer. […]

Falsch zitiert!

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Das Geschick, eine glückliche oder wichtige Entdeckung durch Zufall zu machen, kommt überall vor, aber die Engländer haben den Begriff mit einem Wort versehen: serendipity – eine Orchidee unter den Wörtern, den meisten Angelsachsen jedoch nicht vertraut. Ich schulde Ihnen ein Geständnis, ich habe leichtfertig zitiert: Die Weltsprache sei nicht Englisch, ließ ich den prominenten […]

Dafür gibt es kein deutsches Wort

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Zur Rechtfertigung eines Fremdwortes gibt es ein Argument, das sticht immer: „Dafür giiibt es kein deutsches Wort, echt, giiibt es wiiirklich nicht!“ Sogar gestandene Sprachbewahrer gehen ihm auf den Leim, wenn auch mit verdrossenem Schweigen. „Der shitstorm habe eine Benennungslücke gefüllt“, erklärte der Germanist Michael Mann schon 2012 […]. „Das heißt, es existierte einfach kein […]

Wat von Jupp nit mehr kommt

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Ausnahmsweise ein Nachruf. Josef Braun, der seinen fünfunddreißigtausend intimsten Bekannten nur als Jupp Braun bekannt ist, steht mir zum Blödeln auf Rheinisch nicht mehr zur Verfügung. Gestern ist er in seiner Wahlheimat Helsinki gestorben. Von ihm stammen buchstäblich Hunderte von Quellenhinweisen, denen ich nachgegangen bin für Von Babylon nach Globylon. Ich weiß von Keinem, der […]

Als Vladimir Špidla das Englisch verweigerte

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EU-Kommissar Vladimir Špidla, der vormalige Ministerpräsident der Tschechischen Republik, wurde einmal gefragt, weshalb er Deutsch spreche statt Englisch, wie alle anderen im Raum. „Es gibt Gedanken, die kann man nur in einer bestimmten Sprache ausdrücken. Auf dieses Erfindungsmoment darf Europa auf keinen Fall verzichten.“ Anlässlich eines Vortrags wollte ein Zuhörer die Quelle für dieses Zitat […]

Globisch meinen ohne es so zu nennen

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Jürgen Trabant erinnert in der FAZ an die Haltung der Römer. Sie schätzten die Sprache der – kulturell überlegenen – Griechen und bewahrten zugleich ihre eigene Sprache, Latein, und entwickelten es weiter zur dominierenden Sprache Europas. „Der europäische Weg wäre noch ein bisschen mühsamer,“ fährt Trabant fort, „nämlich der Weg einer europäischen Mehrsprachigkeit, die tatsächlich […]

Das können Sie sich schenken

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Suchen Sie neue Argumente zu Frühförderung, Schulenglisch, Wissenschaftssprache, Weltsprache und Muttersprache, die noch nicht jeder draufhat? Die finden Sie in Von Babylon nach Globylon, zur Zeit in einem Sonderangebot: Das Buch, das man gelesen haben muss, um über Englisch und auf Englisch mitzureden, ohne sich zu blamieren – das gibt es als E-Buch für 0,98 […]

Eine Lanze fürs E-Lesen

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Gibt einer das Rauchen auf, teilt er sein Glück sogleich mit aller Welt, denn wes das Herz voll ist, dem läuft der Mund über. Daher kennt alle Welt kaum etwas Öderes als den frischen Missionar. Dennoch sei hier eine Lanze gebrochen. Am Computer Bücher zu lesen, halte ich für eine seiner beklopptesten Anwendungen. Da werde […]

Schäuble schwätzt und stellt was an

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Vor Selbstverstümmelung bewahrt uns die Angst vor Schmerzen, gegen den Verlust des Reisegepäcks gibt es eine Versicherung. Geht jedoch unsichtbares Gepäck verloren, zum Beispiel die Muttersprache, versagt die Versicherung. Da hilft nur Sprachgefühl. Gegen die mangelnde Einsicht, dass Sprachverlust einer Verstümmelung des Denkens gleichkommt, gibt es keine Pillen. Aber Handlungsbedarf. „Die Simultandolmetscher im Brüsseler Ratsgebäude […]

Keine Kritik, und doch …

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Die Anbieter von Sprachkursen denken sich wunderbare Methoden aus, jeder Kurs gerät zur Verführung, dass man ein besserer Mensch werde, jedenfalls im Rahmen seiner Karriere: „Lern mich, und Du kannst Englisch!“ Daran ist nichts auszusetzen, außer dem Nutzen, den sie nicht stiften.

Die Globisch kapieren

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Bei Jennifer Allen hat Globisch einen Stein im Brett. Die Chefredakteurin des zweisprachigen Magazins frieze d/e ist Kanadierin deutscher Abstammung. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau bezeichnet sie Globisch als die Lingua franca der Künstler. Da stutzt, wer sich Globisch bisher nur als Weltsprache der Wirtschaft vorstellt. Wie soll denn das in der Kunst […]

Kurzfassung Von Babylon nach Globylon

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Wer es eilig hat, oder wer zum Lesen aufregender Sachbücher zu kühl aufgelegt ist, findet eine Kurzfassung des Buches hier, in Form von drei Dutzend Thesen über die Weltsprache sowie über Englisch und Deutsch – alles taufrisch von der neuesten Überarbeitung.

Information vs. Exformation

Schon Onkel Felix schätzte die einprägsame Darstellung von Statistiken: „Auf den Kopf der Bevölkerung fallen 1,5 Ziegelsteine“, „Jeder achte Gelsenkirchener kauft Mohrrüben“ und dergleichen mehr. Nun piekste mich in einem öffentlichen Vortrag eine Variante, in der es um Jugendliche ging, nämlich jene mit dem sogenannten Migrationshintergrund, und der Kernsatz enthielt die folgende Desinformation: