baerentatze

Sprache in Gesellschaft und Geschäftsleben
Verwirrte Geräusche unterlassen

Mittwoch 2 November 2011

Ich werde immer wieder aufgefordert, mit Beispielen zu belegen, was ich mit „zu gutem Englisch“ meine. Ganz wörtlich: zu gut für eine erfolgreiche Verständigung. Hier ist ein Beispiel, das beweist, wie wenig Beweiskraft Beispiele besitzen.

Wir wollen uns hier keineswegs über Chinesen mokieren. Der Text auf dem Schild (hier das Originalbild – vermutlich aus dem Taihegong-Tempel in Kunming) lautet: „Please don’t make confused noise when chanting“. Das ist kaum korrekt übersetzbar, aber in vielerlei Auslegung erratbar. Aus dem Blickwinkel des Hochenglischen enthält der Hinweis zu wenig des Guten, und für Globisch ist es zu viel. Es ist gewissermaßen nur zufällig zu verstehen.

hungrige Amseljunge aufgeregt schnatternd

Verwirrungsarme Geräuschentwicklung

Das Dumme ist aber, zu dieser Erkenntnis gelangt der Betrachter nur, wenn sein Englisch so gut ist, dass er jenseits allen (!) Zweifels weiß: Dieses Englisch stimmt nicht. Allen anderen, die sich einen Restzweifel an ihrem Englisch bewahren, beweist der Fall nichts. Er deutet nur an, was ihm der Verstand auch ohne Beispiel sagt: Beschränk dich auf Globisch, das erhöht die Aussicht auf erfolgreiche Verständigung.


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